FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin ist ein charmantes Rollenspiel, das Lebenssimulation, Abenteuer und klassische JRPG-Elemente miteinander verbindet.

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Im Mittelpunkt steht die freie Wahl des eigenen „Lebens“ – also des Berufs – den man jederzeit wechseln kann. Ob man als mutiger Kämpfer Monster bekämpft, als Sammler Ressourcen in der Welt sucht oder als Handwerker neue Ausrüstung herstellt, bleibt komplett dem Spieler überlassen.

Man erkundet eine farbenfrohe Welt mit zahlreichen unterschiedlichen Gebieten, erlebt eine märchenhafte Geschichte, erfüllt Haupt- und Nebenquests, sammelt Materialien, verbessert seine Berufe und kann sich auch im Koop-Modus mit anderen Spielern zusammentun.

Der Vorgänger auf dem Nintendo 3DS, der im Herbst 2014 erschienen ist, war für mich ein kleines Meisterwerk und gehört bis heute zu den besten Spielen, die ich auf dem Handheld gespielt habe. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an FANTASY LIFE i – und gleichzeitig meine Zurückhaltung. Das Spiel stand zwar lange auf meiner Wunschliste, aber für einen reinen digitalen Release waren mir die angesetzten 60 € schlicht zu viel.

Umso größer war die Freude, als ich rund um Neujahr bei einer Rabattaktion für 45 € zugeschlagen habe – und rückblickend kann ich sagen: Das hat sich absolut gelohnt.

Insgesamt ist FANTASY LIFE i ein tolles, unglaublich knuffiges Spiel, das vor Charme und Liebe zum Detail nur so strotzt. Die Story ist warmherzig, humorvoll und angenehm erzählt, ohne sich selbst zu ernst zu nehmen. Man merkt schnell, dass hier viel Herzblut eingeflossen ist. Dazu kommen zahlreiche, abwechslungsreiche Orte, die zum Erkunden einladen und immer wieder neue kleine Überraschungen bereithalten.

Ein ganz großes Highlight sind erneut die insgesamt 14 erlernbaren Berufe. Dadurch kann man im Spiel so ziemlich alles machen, was man sich wünscht:
Vom Kämpferleben als Söldner, Magier oder Jäger über das Sammlerleben als Angler, Holzfäller oder Schürfer bis hin zum Fertigungsleben als Koch, Alchemist oder Schmied sind einem praktisch keine Grenzen gesetzt.

An einigen Stellen merkt man deutlich den Einfluss von The Legend of Zelda: Breath of the Wild – sei es bei der offenen Gestaltung der Areale oder beim Erkunden der Welt. Das empfinde ich allerdings eher als Kompliment denn als Kritik, da diese Elemente gut in das Fantasy-Life-Konzept integriert wurden.

Der Multiplayer ist ganz nett umgesetzt, hätte meiner Meinung nach aber ruhig stärker in die Hauptstory eingebaut werden können. So wirkt er eher wie ein optionaler Zusatz, anstatt ein fester Bestandteil des Abenteuers.

Nach nicht ganz 50 Stunden endet für mich schließlich das Abenteuer. Die Story ist durchgespielt und ich bin mehr als gesättigt und glücklich. Gleichzeitig bleibt das Gefühl, dass da noch unglaublich viel Optionales zu tun wäre – weitere Berufe perfektionieren, Nebenaufgaben abschließen oder einfach weiter die Welt erkunden.

Fazit

9 / 10

Unterm Strich kann ich sagen: Wer sich vom Bild- und Videomaterial angesprochen fühlt, dem kann ich FANTASY LIFE i: Die Zeitdiebin wärmstens ans Herz legen. Für Fans des Vorgängers ist es ohnehin ein Pflichtkauf, aber auch Neueinsteiger bekommen hier ein liebevolles, umfangreiches und rundum gelungenes Spielerlebnis geboten.

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