Die ZDF-Serie „Chabos“ erzählt die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die in den 2000er-Jahren zwischen Plattenbau, Schulhof und ersten großen Träumen ihren Platz im Leben sucht.
Im Mittelpunkt stehen Freundschaft, Identität, soziale Herkunft und das Erwachsenwerden in einer Zeit, die geprägt ist von Baggy-Jeans, Aggro Berlin und dem ständigen Gefühl, irgendwo zwischen Rebellion und Orientierungslosigkeit zu hängen.
Ich bin tatsächlich eher zufällig über die Serie gestolpert – umso größer war die Überraschung, wie sehr mich die Story sofort gepackt hat. Als Millennial fühlt man sich hier fast automatisch abgeholt. Gibt es Parallelen zu meiner eigenen Jugend in den Nullerjahren? Ja, die gibt es definitiv. „Chabos“ setzt genau dieses Lebensgefühl bravourös um.
Die Serie ist schnell, frech und emotional, ohne dabei künstlich zu wirken. Klischees aus dieser Zeit werden nicht vermieden, sondern bewusst und erstaunlich treffsicher eingesetzt. Genau das macht einen großen Teil des Reizes aus. Ob Schulhof-Hierarchien, erste Grenzüberschreitungen oder der Wunsch, jemand zu sein – hier findet wirklich jeder in mindestens einer Figur ein Stück der eigenen Vergangenheit wieder.
Besonders hervorzuheben ist die schauspielerische Besetzung, die durchweg auf sehr hohem Niveau agiert. Die Figuren wirken glaubwürdig, roh und nahbar, was der Serie zusätzliche Tiefe verleiht. Gegen Ende der achtteiligen Staffel geht „Chabos“ zwar stellenweise etwas die Luft aus, doch gemessen an der zuvor sehr hoch gelegten Messlatte ist das mehr als vertretbar und schmälert den Gesamteindruck kaum.
Wer selbst Millennial ist und noch einmal dieses ganz spezielle Gefühl der eigenen Jugend aufleben lassen möchte, kommt an „Chabos“ eigentlich nicht vorbei – oder sollte es zumindest nicht. Definitiv sehenswert.