Die erste Staffel von Sentenced to Be a Hero startet mit einer durchaus spannenden Prämisse: Eine Welt, in der „Helden“ nicht aus freiem Willen handeln, sondern zu ihrem Schicksal gezwungen werden, verspricht moralische Konflikte, düstere Entwicklungen und interessante Charakterdynamiken.
Gerade diese Ausgangsidee hat mich anfangs wirklich neugierig gemacht und ließ auf eine tiefgründige Geschichte hoffen.
Auch handwerklich gibt es wenig zu meckern. Die visuelle Umsetzung ist durchweg gelungen – stimmige Designs, saubere Animationen und eine Atmosphäre, die gut zur düsteren Grundidee passt. Optisch weiß der Anime definitiv zu überzeugen und schafft es, die Welt glaubhaft in Szene zu setzen.
Leider liegt genau hier auch das große Problem für mich: die Figuren. So spannend die Prämisse auch ist, so wenig konnte ich mit den Charakteren anfangen. Knallhart formuliert empfand ich sie durch die Bank als langweilig und wenig greifbar. Es fehlte an Tiefe, an Entwicklung oder einfach an Momenten, die sie wirklich interessant machen. Eine Ausnahme bildet Tatsuya, der zumindest ansatzweise neugierig macht – doch ausgerechnet er bekommt in der ersten Staffel viel zu wenig Screentime, um wirklich Eindruck zu hinterlassen.
Auch die Story selbst kann das Ruder nicht herumreißen. Statt die vielversprechende Ausgangslage zu nutzen, hangelt sich die Handlung eher belanglos von A nach B, ohne echte Höhepunkte oder nachhaltige Spannungsmomente zu liefern. Es entsteht selten das Gefühl, dass hier wirklich etwas auf dem Spiel steht oder sich die Geschichte in eine packende Richtung entwickelt.
❍ Fazit
Mein Fazit fällt daher leider sehr ernüchternd aus: Die erste Staffel zu beenden, war für mich schon eine ziemliche Herausforderung. Trotz guter Ansätze und ansprechender Optik fehlt es dem Anime für mich an Substanz – vor allem bei den Charakteren. Ich werde das Kapitel an dieser Stelle schließen. Sentenced to Be a Hero ist einfach nichts für mich.